Kirche umgewandelt in ein Museum mit Marmor

Marmorwände im Museum, das einst Kirche war

Ein Projekt aus dem kanadischen Architekturbüro Provencher Roy + Architectes Associés das vor kurzem eine Kirche aus dem späten 19.Jh. in Montreal in ein Museum umgebaut hat. Es ist eine Arbeit, die eine Möglichkeit aufzeigt, wie religiöses Erbe konserviert und integriert werden kann.
Neben der restaurierten und in einen Konzertsaal für 444 Besucher umfunktionierten Kirche Erskine wurde ein Pavillon im modernen Stil errichtet, der einen neuen Bereich für Kunstausstellungen bietet. Ein komplexes Projekt, bei dem es nicht nur darum ging, einen Dialog zwischen den beiden unterschiedlichen Bauwerken herzustellen, sondern auch die gemeinsame Integration in das Stadtbild. Die Kirche hat dabei natürlich eine privilegierte Rolle, nachdem sie längst in das Stadtbild und zur Geschichte von Montreal gehört.
 Kirche umgewandelt in ein Museum mit MarmorBei den Arbeiten wurden die Vorschläge von Jean-Claude Marsan (Ratsmitglied für historisches Erbe und Monumente in Kanada und Leiter der Konservierung in der Fakultät für Architektur der Universität von Montreal) berücksichtigt, wie etwa die Entfernung der 146 Fenstergläser, die restauriert und auf Glaspaneele montiert, die sie von Witterung schützen, wiedereingesetzt wurden. Innen wurden Decken und Gesimse vollständig restauriert, wie auch die Holzelemente, welche die Kirchenschiffe schmücken.
montreal Museum entworfen von Provencher RoyDer Pavillon Bourgie ist über eine 45 Meter lange Unterführung an den Museumskomplex angeschlossen, der direkt mit der U-Bahn-Station verbunden ist. Die Integration in das Umfeld erfolgt symbolisch, indem es sich durch die Neuinterpretation des weißen Marmors den Fassaden des Michal and Renata Hornstein Pavilion von 1912 und des Jean-Noël Desmarais Pavillon von 1991 anschließt. Es wurde derselbe Marmor aus den Steinbrüchen in Vermont verwendet und so eingesetzt, als ob die Galerien aus einem einzigen, vier Stockwerke hohen Steinblock gehauen wurden.
Das Bauwerk beginnt im Souterrain und erhebt sich bis zum 4. Stock, einem Aufstreben an Erfahrungen gleich, das in der Glasfront zum Höhepunkt kommt, über die Sonnenlicht ins Gebäude dringen kann. Von jeder Ebene bieten die Glasöffnungen eine Aussicht auf die Stadt, deren Panorama vom obersten Stock aus unvergessliche wird.
 Mit dem Bau des neuen Claire und Marc Bourgie Pavillons von Quebec und der kanadischen Kunst im Montrealer Museum der Schönen Künste haben die Architekten von Provencher Roy + Associés Architectes eine bemerkenswerte Umwandlung einer Kulturkirche erreicht
Die Mitteltreppe schafft eine Verbindung zwischen dem Hell-Dunkel-Spiel des Souterrains und der Beleuchtung im oberen Bereich des Gebäudes, und vom 3. Stock aus erhält man über eine weitere Fensterfront einen Blick auf ein Werk von Dominique Blain, das auf der Terrasse thront.
Das Projekt ist ein herausragendes Beispiel für zeitgenössischen Architektur und wurde mit vielen Preisen, wie etwa der Canadian Architect Awards of Merit im Jahr 2010, Grand Prix du Design 2011 und der Prix d’Excellence 2011 vom Institut de Développement Urbain du Québec bedacht, die vor allem die tiefsinnige „architektonische Reflexion, seine beispielhafte Integration ins Stadtbild und das Design loben, das Vergangenheit mit Zukunft zu verbinden versteht“.
 Neue Claire und Marc Bourgie Pavillon von Quebec und kanadische Kunst im Montrealer Museum der Schönen Künste, Provencher Roy + Associés Architectes

“Ein erfolgversprechendes Museum und ein Bereich, der Besucher anzieht, um hier sensorische Erfahrungen zu machen, welche in unergründete Sphären entführen.” Ein Crescendo von chronologischen Etappen, bei denen man einer Zeitreise gleich, von der Kolonialzeit bis zur Kunst des 19.Jh. geführt wird. Ein echtes sensorisches Erlebnis und nach dem Royal Ontario Museum in Toronto das zweithäufig besuchte Museum in ganz Kanada.