Doms von Siena Wölfin mit den Zwillingen

Die Marmorintarsien am Boden des Doms von Siena

der schönste…, großartig und wunderbar… der je gemacht worden ist” (Giorgio Vasari)

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Der Dom von Siena umfasst eine Reihe von Werken, die Beispiele des schöpferischen Könnens von Künstlern und Architekten sind. Nicht nur die eindrucksvolle Kathedrale, sondern auch andere Bauteile, wie z.B. die Krypta, das Baptisterium und das Museo dell’Opera ziehen jährlich zahlreiche Touristen aus der ganzen Welt an.

Die Marmorintarsien am Boden des Doms von Siena

Wenn man in die Kathedrale, im Herzen der Altstadt, tritt, kann man bereits die Tradition und die Geschichte der großen Schule für Künstler und Handwerker Sienas spüren. Bei einem Spaziergang durch die engen Gassen zwischen den mittelalterlichen Bauten kommt man unweigerlich auf den gleichnamigen Platz vor dem Dom, der eines der bedeutendsten Beispiele von Kathedralen in der Zeit zwischen Romanik und Gotik in Italien ist.

Doms von Siena

Unzählige Dokumente erzählen die Geschichte des Doms, Quittungen zeugen von Materialeinkauf und geben Informationen über die Angelegenheiten des Baus. Der Innenraum wird von weißem und dunkelgrünem, fast schwarzem Marmor beherrscht, der den Raum im Stil der damaligen Zeit der toskanischen Romanik gliedert.

Ein außergewöhnliches Werk stellt der Fußboden dar, für Vasari ein unübertreffliches Beispiel der Fußbodenkunst, der im 14. Jh begonnen wurde und erst im 19. Jh. Zu Ende gebracht wurde. Das Werk breitet sich über eine Fläche von 1300 Quadratmeter aus und zeigt, neben den dekorativen Elementen, sechsundfünfzig Intarsienbilder, bei denen kunstvoll der weiße Marmor graviert und eingelegt wurde.

Anfangs waren die Intarsienarbeiten so hergestellt worden: man gravierte die weißen Marmorplatten mit einem Meißel oder einem Bohrer. Dann wurden diese Öffnungen wieder mit schwarzem Kitt verschlossen. Das war die Technik des Graffitto.

Doms von Siena Technik des Graffitto

Später wurden bunte Marmorplättchen dazugebracht, die wie bei der Holzintarsie in den Marmor eingelegt wurden. Das war eine sehr komlexe Ornamentierung, und die größte Schwierigkeit bestand darin, den bunten Marmor in dünne Plättchen zu schneiden, damit er in die richtige Form gebracht und dekorativ in die Grundplatte eingearbeitet werden konnte.
Doms von Siena Wölfin mit den Zwillingen

Zahlreich und unterschiedlich sind die Abbildungen und Dekorationen des Bodens. Wir finden die Sybillen, Hermes Trismegistos, die Wölfin mit den Zwillingen (s. Foto), womit das Mythos der Wölfin wieder aufgenommen wird, die das Wahrzeichen der Stadt Siena ist und die die beiden Söhne des Remus, Ascanius und Senius, die Gründer der Stadt Siena, stillt. Die Wölfin ist in einem Kreis zu sehen, mit dem weitere Kreise verbunden sind, die andere Symbole von italienischen Städten darstellen.

Andere Bodenpaneele zeigen Allegorien und Szenen aus der Antike und biblische Szenen.

Antike und biblische Szenen Doms von Siena

Aus konservaorischen Gründen wird der Boden heute weitgehend abgedeckt und wird nur zu bestimmten Zeiten im Jahr aufgedeckt und kann bewundert werden. Hier klicken wenn Sie daran Interesse haben und nähere Informationen vom Complesso dell’Opera Metropolitana di Siena erhalten wollen.